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ZeitGeist - Das Magazin der Egerner Höfe

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Jubiläumsausgabe 2017

IM GESPRÄCH MIT ...

IM GESPRÄCH MIT ... Reisen– damals und heute Wim Weimer, Student und freier Journalist Wie hat sich das Reisen in den letzten 25 Jahren verändert? Ist reisen heutzutage, in unserer digitalisierten Welt wirklich einfacher geworden? Wir haben den 25-jährigen Wim Weimer nach seinen Erfahrungen rund um die Urlaubsvorbereitungen und nach seinen Erlebnissen gefragt. „Die meisten reisen nur, um wieder heimzukommen.“ Für jemanden wie mich, der das große Privileg genießt, in einer absoluten Urlaubsregion am unvergleichbar schönen Tegernsee wohnen zu dürfen, trifft dieses Zitat des französischen Philosophen und Essayisten Michel de Montaigne durchaus zu. Doch trotz des herrlich glitzernden Wassers, der hübschen Madln im Dirndl auf den Waldfesten und der majestätisch anmutenden Berge, zieht es auch mich dann und wann in die Ferne. Bei der Wahl des Reiseziels sind dabei ganz unterschiedliche Kriterien ausschlaggebend. Möchte ich Kultur erleben, halte ich Ausschau nach einer Städtereise mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten. Steht der Wunsch nach Erholung im Vordergrund, suche ich einen Ort mit Wohlfühlatmosphäre, an dem ich zur Ruhe komme, und die Akkus wieder aufladen kann. Lässt sich beides auf dergleichen Reise verbinden, ist das umso besser. So wie bei meiner letzten Reise nach Cuba. Das Land hat nicht nur herrliche Landschaften, das glitzernde Meer und schöne Strände zu bieten, sondern auch eine Vergangenheit voller abwechslungsreicher Kulturgeschichte, die das Leben der Menschen in der nicht nur aus architektonischer Sicht unbedingt sehenswerten Hauptstadt Havanna bis heute prägt. Bei der Planung meiner Reisen wie der nach Cuba ist ein Verzicht auf den Einsatz von Technik undenkbar. Während die Generation meiner Eltern damals noch diverse Reisekataloge durchforstete, um anschließend die Buchung im oftmals weit entfernten Reisebüro mühsam abzuwickeln, brauche ich mich mit meinem Tablet heute noch nicht einmal aus dem Bett zu bequemen. Ob Flugsuche, Hotelbuchung oder das Sammeln von Informationen rund um das mögliche Reiseziel – alles geschieht online. Die Flugtickets und Buchungsbestätigungen fürs Hotel bekomme ich im Anschluss an die Buchung direkt per PDF einfach an meine E-Mail Adresse zugeschickt. Am Tag vor dem Abflug muss ich dann nur noch online einchecken und mir virtuell einen 26

geeigneten Sitzplatz aussuchen. Nur fürs Packen meines Koffers gibt es leider (noch) keine Internetunterstützung, das muss ich wie früher meine Eltern schon altmodisch manuell erledigen. Am Flughafen angekommen, komme ich ganz ohne Papierkram zurecht – früher war das sicher unvorstellbar. Bei den Sicherheitskontrollen und am Gate zücke ich einfach mein Smartphone, auf dem das Ticket digital abgespeichert ist. An Board angekommen verwundert mich immer die Ansage, dass der entsprechende Flug ein Nichtraucherflug sei. Für Menschen meiner Generation ist das selbstverständlich. Dass es früher vor gar nicht mal allzu langer Zeit zum Reisen dazugehörte, stinkend in einer fliegenden Rauchwolke zu sitzen, löst bei mir absolute Ekelvorstellungen aus. Damals hätte ich daher wohl nein gesagt zum Reisen im Flugzeug. Verzichten kann ich aktuell auch gerne auf die teilweise völlig überteuerten Snacks. Dass man heutzutage in vielen Fliegern für jede Kleinigkeit extra zahlen muss ist zwar nervig, aber nun einmal der Preis für die insgesamt deutlich gesunkenen Flugkosten. Gesunken sind auch die Kosten fürs Kommunizieren mit den Daheimgebliebenen. Aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass sie nach der Landung am Urlaubsort häufig nach einer Telefonzelle Ausschau hielten, um die Familie aus der Ferne zu grüßen. Telefonzellen? Menschen meiner Generation kennen diese vom Aussterben bedrohten Einrichtungen kaum noch, haben so etwas noch nie von innen gesehen. Freien Zugang zum Internet und damit zu Messaging-Diensten wie WhatsApp gibt es so gut wie überall. Selbst im kommunistischen Cuba kommt man inzwischen ins Netz, muss dafür allerdings kurioserweise in öffentliche Parks gehen. Bei der Freizeitgestaltung auf Reisen spielt das Internet natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Zwar liebe ich es noch immer ganz anachronistisch in einem gedruckten Reiseführer zu schmökern, und verlasse mich zudem gerne auf Tipps von Familie und Freunden. Doch bei der Suche nach einem gemütlichen Café oder nach einem Restaurant mit landestypischer Kulinarik sind diverse Internetplattformen durchaus hilfreich. Gerade wenn man nicht auf den klassischen Touristenwegen unterwegs sein möchte, helfen bestimmte Empfehlungen von Einheimischen aus Online Communitys. Keine Frage: In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Reisen extrem verändert. Die wesentliche Rolle dabei spielt aus meiner Sicht die technische Entwicklung, die dazu geführt hat, dass wir heute in einer digitalisierten Welt leben. Dadurch ist das Reisen im Vergleich zu früher einfacher, müheloser und praktischer geworden. Doch ob es sich unterm Strich zum Besseren gewandelt hat, bleibt dennoch fraglich. Im Vorfeld einer Reise kann man im Netz sämtliche Informationen aufsaugen. Das ist zwar hilfreich, da alles genau geplant werden kann, um die Zeit am Reiseziel möglichst gut zu nutzen. Allerdings hat es den Nachteil, dass die eigentliche Reise dadurch etwas an Spannung preisgibt. Wer sich unzählige Bilder vom Hotel online anschaut, bei Google Street View virtuell durch die Stadt läuft und sämtliche Blogeinträge beispielsweise über Sehenswürdigkeiten im Internet gelesen hat, verliert viel vom Charme der Überraschung vor Ort. Zudem bleibt man durch die ständige Möglichkeit der Onlinenutzung immer irgendwie – beispielsweise über die sozialen Netzwerke oder digitale Nachrichtendienste - in Kontakt mit dem Geschehen zu Hause. Dadurch ist man gefühlt nie so richtig weg. Vielleicht sollte man auch einfach mal die technischen Geräte im Hotelzimmer lassen, erst gar nicht mitnehmen auf die Reise oder schlichtweg ausschalten. Dann fühlt man sich nicht nur auf Ortsreise, sondern wohlmöglich sogar auf Zeitreise. Also ein bisschen so wie vor 25 Jahren. Kann sicher auch mal ganz schön sein – genau wie die Heimkehr zum Tegernsee. 27

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