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ZeitGeist - das Magazin der Egerner Höfe | Ausgabe 1/2016

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RELAIS & CHATEAUX DIE

RELAIS & CHATEAUX DIE BAYERN – die „deutschen Franzosen“ Anlässlich unserer Mitgliedschaft bei Relais & Châteaux war es uns ein Bedürfnis die Liaison der Bayern mit den Franzosen noch einmal näher zu betrachten… Dass es zwischen den Bayern und Franzosen eine starke Verbindung und Anziehungskraft gibt, kann man vor allen Dingen hören. Worte, wie Portemonnaie, Trottoir oder Sorbet haben im Allgemeinen deutschen Sprachgebrauch Einzug gehalten. Aber es gibt darüber hinaus zahlreiche Ausdrücke - sogenannte Gallizismen - welche die Bayern, und nur die Bayern, aus dem Französischen übernommen haben und im täglichen Sprachgebrauch verwenden. Nicht selten wurden sie dabei in ihrer Bedeutung verändert. Man denke da an die beinahe heilige Stätte der Bayern: das „Kanapee“. Das Sofa hat eindeutig einen französischen Bezug. Aber auch das Plümo / Plumeau, wie das Federbett in Bayern genannt wird, und das „Potschamperl“, also der pot de chambre, sprich der Nachttopf, referieren deutlich auf das Französische. Die „Französisierung“ machte freilich nicht bei Haushaltswaren halt. Sie hielt Einzug in der Küche: Die Zubereitung des zutiefst bayerischen Böfflamott, eine Art Sauerbraten, das auf bœuf à la mode (Rindfleisch nach der Mode) zurückgeht, beispielsweise gilt unter bayerischen Hausfrauen als hohe Kunst. Spracheinflüsse finden sich auch in der „bayerischen Mode“, sprich Tracht. Da beispielsweise beim „Gilet“, wie man die Westen aus vorderseitig buntem und rückseitig meist grünem oder schwarzem Stoff nennt, die „Mann“ über der Leder- oder zur Trachtenhose trägt. Das Charivari - also jene klimpernde Schmuckkette an der Dirndlschürze oder vor der Lederhose - hat seinen Ursprung ebenso im Französischen (Charivari = „lärmendes Durcheinander“ ) wie der Gendarm (Landpolizist) und das Bilettl (Fahrkarte). Wenn es einem in Bayern „pressiert“, dann hat er es eilig (pressant). Und wenn eine recht “madamst“, dann benimmt sie sich übertrieben und betont damenhaft (Madame) und letztlich daneben. Ganz klar, dass auch bei Schimpfwörtern die Sprachbarrieren fielen: Die „oide Schäsn“ kommt von chaise (Kutsche), was anfänglich eine beliebte Bezeichnung für den Kinderwagen war, bis sie später zum Synonym für die „alte Schachtel“ wurde. Beim „groben Lackl“ – im Bairischen das Schimpfwort für einen unverschämten Kerl – wird es etwas diffiziler: Urheber für den „Lackl“ ist der französische General Ezéchiel de Mélac (1630-1704), dessen Truppen 1688/89 die Pfalz verwüsteten. Fest steht jedenfalls, dass Franzosen, die nach Bayern kommen derlei franco-bavaroise Kompositionen meist amüsiert zur Kenntnis nehmen. Napoleon Bonaparte Stellt sich die Frage: Seit wann pflegen die Franzosen und die Bayern eine so innige Beziehung, dass sie sich sogar sprachlich befruchten? In zwei großen Wellen erfassten französische Fremdwörter das Deutsche: Einmal zu Zeiten von Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638-1715) und dann erneut in der Ära Napoleons (1769-1821). Nicht nur die großbürgerlichen Herrschaften in den Städten und dann auch am Tegernsee unterhielten sich damals mit Vorliebe auf Französisch. König Max I. Joseph kaufte 1817 auf Drängen seiner Gattin Caroline das ehemalige Kloster Tegernsee für 180.000 Gulden und ließ es (von Leo von Klenze) zur königlichen Sommerresidenz umbauen. Hier verbrachten „Königs“ ihre Sommer und hatten allerlei illustre Gäste (Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz von Österreich). Man erinnere sich bitte, wie intensiv die Beziehungen zwischen Bayern und Frankreich waren! Am 1. Januar 1806 wurde das Kurfürstentum Bayern von Napoleon zum Königreich und Max I. Joseph zum ersten König Bayerns erhoben - aus Dank für die treue Waffenbrüderschaft im Kampf gegen Österreich. Dass Max König von Napoleons Gnaden war, ließ der Franzose den Bayern durchaus spüren. Gefallen hat das Max nicht. Auch das Verhältnis von Königin Caroline zu Napoleon Bonaparte war gespalten: Abgesehen davon, dass ihre Grundhaltung (wegen der Französischen Revolution) von Hause aus antifranzösisch war, gab sie Napoleon die Schuld am Tod ihrer Jugendliebe, dem Herzog von Enghien. Aus machtpolitischen Gründen erzwang Napoleon außerdem die Ehe zwischen seinem Stiefsohn und Carolines geliebter, schöner und begabter Stieftochter Auguste Amalie. Napoleon sorgte überdies dafür, dass Bayern eine Staatsform nach Muster Frankreichs bekam. Mit Maximilian Graf von Montgelas (1759 - 1838), dessen Vorfahren aus Savoyen kamen, zeigte sich Bayern endgültig französisch. Tegernseer Kloster Und später? Wie gestalteten sich die deutsch-französischen Beziehungen im Tegernseer Tal weiter? Zwei der Talgemeinden – Bad Wiessee und Kreuth - pflegen Städtepartnerschaften mit zwei Orten in der Île-de-France: mit Dourdan und Prunay-en-Yvelines. Was vor über 50 Jahren begann, weil sich Charles de Gaulles und Konrad Adenauer eine deutsch-französische Annäherung in der Zeit des kalten Krieges wünschten, sind heute gelebte Partnerschaften. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und Einstellungen, wie etwa die Freude an schönen Dingen und gutem Essen, die Verbundenheit zu Heimat und Natur, eine nachhaltige, weltoffene und tolerante Haltung und eine solche Erziehung des Nachwuchses. Außerdem werden Traditionen, Werte und Freundschaften hochgehalten. Französische Einflüsse spielen im Tegernseer Tal schon lange eine wichtige Rolle. Es ist geprägt von Charakter, Herzlichkeit, Ruhe, Charme und Kulinarik. Tugenden, auf die wir auch bei uns im Park-Hotel Egerner Höfe sehr stolz sind. ak ES LEBE DIE DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FREUNDSCHAFT! 18 19

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